Früher Nachmittag des 23.05.2019 – aktuelle Serverzeit 14 Uhr – J120455 „Helix“ – Fortizar Class Zitadelle

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Einige Wochen hat es gedauert und die Spannung ist in den letzten Minuten vor Beginn der Operation bis zum Zerreißen gespannt.

Tobias Frank war den ganzen Tag damit beschäftigt, uns einen guten Ausgang ins Highsec zu besorgen. „6 Jumps Amarr.“, meldet er schlussendlich und ab geht die wilde Fahrt.

„Undock, undock, undock, Warp Static!“, Julian Hertel übernimmt den koordinierten Abflug. „Wir treffen uns in Jita.“ – „Kann mir jemand bitte die Station verlinken?“, einen von der Sorte hat man immer dabei. – „Mach deine Assets auf, Rechtsklick, set Destination, so schwer ist das doch nicht.“

Die Schlachtschiffe der Leshak-Klasse benötigen für die 15 Jumps einige Zeit und so kann im Hintergrund die Scoutarbeit weitergehen. „Wenn ihr angekommen seid, geht ruhig nochmal so für ne viertel Stunde AFK. Wir brauchen noch ein bisschen.“ – Seth Cane hat einfach die einmalige Fähigkeit, einem auch in den stressigsten Situationen noch das Gefühl zu geben, dass alles unter Kontrolle ist.

Wir warten also. Die Flotte wächst weiter an, die üblichen Verdächtigen. – „Hey guys. Can you open the fleet for +5?“ – Das Erstellen dieser Fleet Adverts war schon immer ein Krampf.

„Bekomm ich fünf Occator Piloten? Bitte ein X in der Flotte machen.“, Lilly Harkon hat noch Spezialaufgaben zu delegieren. – „Ich kann meinen Scout in eine Occator setzen und die Scanfrig einpacken.“ (Wir behalten das im Hinterkopf, das wird mir später noch auf die Füße fallen.) – „Eviction Packet#2“ erreicht mich via Contract.

Wenige Minuten später muss es dann aber doch schnell gehen. „Alle Abdocken, wir fliegen los. Zielsystem ist im Flottenchat. Free travel bis 2 Jumps vor dem Zielsystem. Geht dann da einfach docken, wenn ihr da seid.“ – Puuh und wieder 12 Sprünge zurück in die Richtung, aus der wir grade gekommen sind. Tja, so ist das Leben. Sollte ich nochmal vorschlagen, dass wir für die Schlachtschiffe ein spezielles Reisefitting brauchen? Ach nein, am Ende fehlt das wieder bei der Hälfte und es geht eh nicht schneller.

Die Scouts melden Aktivität im Zielwurmloch. „Unsere Gegner haben in ihrem statischen Wurmloch grade eine Loki verloren und springen jetzt mit einer Raven das Wurmloch klein.“, Chavez klingt nervös. Kein Wunder, er hat diese OP mit vorbereitet und ein Scheitern beim Reinfliegen wäre eine Katastrophe. Der Start der Operation ist genau mit den Verwundbarkeitszeiten der gegnerischen Strukturen abgestimmt. Jetzt nur keine Fehler machen.

„Lasst sie einfach in Ruhe.“, Seth behält wieder kühlen Kopf. „Wenn ihr jetzt anfangt zu scannen, fallen wir nur auf. Solange sie ihr zweites, statisches Wurmloch nicht verkleinern, bekommen wir den Großteil der Flotte rein. Für alle wird es wohl ohnehin nicht reichen, es ist nur ein 2 Millionen Loch. Sobald wir die Kontrolle über das Wurmloch übernommen haben, bringen wir dann den Rest der Flotte über einen neuen Eingang rein.“ – viel Informationen erhalten wir nicht. Aus Sicherheitsgründen ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht offiziell, wen wir überhaupt angreifen.

Zwischenzeitlich hat der Großteil der Flotte das Zielsystem erreicht und bevor überhaupt alle angedockt sind, geht es auch direkt weiter. „Alle abdocken, warpt zum nächsten Tor und wartet.“ – dank etwas Getrödel und der Tatsache, dass mit drei Charakteren zu reisen irgendwie anstrengend ist, muss ich zumindest die Leshak nicht extra docken.

„Ok kommt alle rein, der Warpin am WH macht bitte www in der Flotte. Los jetzt, muss zügig gehen.“ – mittlerweile ist auch Seth die Anspannung anzumerken. „Die haulern hier die ganze Zeit schon über ein C2. Sind schon einige DSTs durch. Kleinkram springt zuerst rein, Leshaks erst auf Ansage.“ – Spoiler: zwei Leshaks dürfen gleich den Weg zurück antreten.

„Scannt bitte direkt das neue Static aus. Es schreibt jetzt bitte die nächsten Minuten keiner was im Local.“ – da der Local Chat im Wurmloch sowieso fast nie genutzt wird, da dort nur Leute auftauchen, die auch etwas schreiben (delayed local), ist es durchaus üblich, den Chat, anders als zum Beispiel im 0.0 üblich, garnicht groß an der Seite zu haben, sondern ihn neben seinen anderen „weniger relevanten“ Channels irgendwo einsortiert zu haben. Ohnehin wird der Local unter Wurmloch Corps hauptsächlich dazu genutzt, um Kämpfe abzusprechen. Smack Talk ist sehr selten, den Local gar vollzuspamen sogar verpöhnt. Daher fällt es auch niemandem schwer, der Bitte von Crime Time folge zu leisten und so betrachten wir alle gespannt die Ankündigung. „Premiere in 5.. 4.. 3.. 2.. 1..“.

Während das Video läuft, wird der Staging Tower aufgebaut und die Kontrolle über die Wurmlöcher übernommen. Bisher keine nennenswerte Gegenwehr, aber das kann man wohl bei der Zahl an Angreifern und der starken Bewaffnung auch nicht erwarten.
Nachdem der Tower online ist, beginnt der eigentliche Angriff.

Das erste Ziel ist die Fortizar, dafür wird die gesamte Flotte genutzt. Da wir aufgrund der großartigen Arbeit der Scouts die Ausrüstung kennen, nutzen wir Munition für mittlere Reichweite. Dies erlaubt uns, außerhalb der Reichweite der Point Defence zu bleiben. Diese wird im weiteren Verlauf nur die Fighter der Fortizar selbst zerstören. Im Local geschriebenen Aufforderungen, doch etwas näher heran zu kommen, gehen wir überraschend nicht nach.

Seth nutzt allerdings die Nachteile des Schwarzen Loch Effektes im Wurmloch voll aus und navigiert die gesamte Flotte außerhalb von Waffenreichweite.
Wer sich mit den Waffen der Triglavians etwas auskennt, wird wissen, dass diese erst im Laufe mehrerer Durchläufe ihre volle Feuerkraft entwickeln. Wir fangen also wieder von vorne an.
Also zumindest teilweise, denn es gehört ebenfalls zur Mechanik dazu, dass jede Struktur ein sogenanntes „Damage Cap“ besitzt. Dies bedeutet, dass pro Sekunde nur eine maximale Anzahl an Schaden verursacht werden kann. Im Fall der Fortizar wären es 15.000 Schaden nach Resistenzen (18.750 effektive DPS).
Ein kurzer Blick auf die Übersicht mit freundlichen Schiffen zeigt, das erreichen wir auch „unaufgespooled“ (ohne voll aufgeladene Waffen).

Die Fortizar verliert ihr Schild, ohne Gegenwehr und so teilen wir die Flotte auf, um die weiteren Strukturen, die über das System verteilt sind, ebenfalls in den Reinforce zu schießen.

(Hierbei ist noch wichtig zu erwähnen, dass eine fertig aufgebaute Zitadelle aktuell bis zu drei Phasen durchläuft. Im Wurmloch unterscheidet sich diese Mechanik jedoch etwas vom K-Space.
Der Schildtimer muss immer zuerst geschossen werden. Anschließend ist die Struktur für 24 Stunden nicht angreifbar.
Sobald der Armor Timer ebenfalls erfolgreich vom Angreifer geschossen wurde, wird die Zeit für den Strukturtimer auf den nächsten, vom Verteidiger beim Konfigurieren der Struktur eingestellten, Zeitpunkt in der Woche festgesetzt. Das können also zwischen 24 Stunden und 6 Tagen sein.)

Nachdem auch die übrigen Zitadellen abgearbeitet sind, geht es zurück an die Pos und ab ins Bettchen.

– wird fortgesetzt –

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Comments (3)

  • delane
    29. Mai 2019 at 9:33 Reply
    ...muss sagen ein echt guter Bericht. Das ganze von eurer Seite zu sehen und nicht von unserer.
  • Thirdparty
    4. Juli 2019 at 11:29 Reply
    muss schon sagen, immer wieder geil wie HC es schafft, viel kleinere Corps oder Allies zu evicten aber selbst nicht geregelt bekommt, ihre eigenen WHs zu verteidigen (BtlH) oder ohne Hilfe von HK evictions Dritter abzuwenden.

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